Bewerbung an japanischen Universitäten

Für die Suche nach einem Platz an einer japanischen Universität gibt es verschiedene Möglichkeiten. Erste Anlaufstelle sind die Akademischen Auslandsämter der eigenen Universität in Deutschland. Dort erhält man Informationen über Austauschprogramme mit den japanischen Partneruniversitäten der jeweiligen Universität.
Der Vorteil von solchen Austauschprogrammen ist, dass Formalia wie z. B. die Einhaltung der Bewerbungsfristen von der Universität geregelt werden, Studiengebühren meist entfallen und schon Kontakt zu den Dozenten an der japanischen Universität besteht.
Für Bewerber um ein DAAD-Stipendium gilt: Bewerbungsunterlagen für die Universitäten sollten möglichst immer über das DAAD-Büro Tokyo eingereicht werden, auch wenn die Stipendienauswahl noch bevorsteht. Die Aufnahme kann hiermit erleichtert werden.

Entscheidet man sich aber dazu, selbstständig einen Studienplatz in Japan zu organisieren, sollte die Planung frühzeitig in Angriff genommen werden.

Siehe Bewerbungskalender

Dabei sind die Bewerbungsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen der japanischen Universitäten einzuhalten. Diese sind nicht einheitlich, so dass es ratsam ist, sich auf der jeweiligen Homepage der japanischen Universität unter dem Stichwort „Admissions“ über die Formalia zu informieren. Zu beachten ist, dass diese je nach Fachrichtung unterschiedlich sein können und die Informationen der englisch-sprachigen Seiten oft nicht vollständig sind. Daher ist das „International (Student) Center“ (Ryugakusei Center) der jeweiligen Uni die wichtigste Anlaufstelle für ausländische Studenten.
Es ist empfehlenswert, sich am Anfang zunächst genau über die Studienmöglichkeiten an der gewünschten Hochschule zu informieren, da man bei der Anforderung der „application form“ und der Suche nach einem Betreuer genaue Angaben über die geplante Studiendauer und –inhalte machen sollte. Nur dann kann die Universität passende, detaillierte Unterlagen zuschicken.
Wie bereits erwähnt, beginnt in Japan das Studienjahr mit dem Sommersemster, also zum April eines Jahres. Für diesen Studienbeginn sind Bewerbungen ohne Weiteres, zum Wintersemester hingegen nur vereinzelt möglich. Die Bewerbungsfristen liegen im allgemeinen mindestens ein halbes Jahr vor dem geplanten Studienbeginn (bei Kunst- und Musikhochschulen und einigen anderen Fachrichtungen sogar noch früher).
Generell gilt, dass Ausländer, die in ihrem Heimatland schon an einer Universität eingeschrieben sind, nicht die gleichen Eingangsprüfungen zu absolvieren haben wie die einheimischen Studenten. Short-term Studenten und Studenten, die einen Sprachkurs an der japanischen Universität belegen, müssen meist nur an einem Einstufungstest der Sprachkenntnisse teilnehmen.
Im Gegensatz dazu müssen Studienanfänger, d.h. alle, die noch nicht an einer Uni immatrikuliert sind, und Studenten, die einen Abschluss anstreben, wie die japanischen Bewerber eine Aufnahmeprüfung absolvieren, jedoch zu erleichterten Bedingungen.
Ferner ist zu Beginn des Bewerbungsverfahrens die Korrespondenz mit dem Betreuer sehr wichtig. Dem betreuenden Professor sollte man, unter Beifügung aussagekräftiger Zeugnisse und Scheine, möglichst präzise Angaben über sein Vorhaben und ggf. den angestrebten Abschluss machen. Somit kann sichergestellt werden, dass der geplante Forschungsinhalt auch wirklich an der betreffenden Universität realisiert werden kann. Die sich daraus ergebende Arbeitsplatzzusage sollte unbedingt der „application form“ beigefügt werden.
Allgemein verlangt die Hochschulverwaltung, außer bei „research students“, zur Anmeldung folgende Unterlagen:

Dokumente

Erhältlich bei:

1 Eine ausgefüllte „Application form“ japanischer Universität
2 Lebenslauf mit Foto – wenn möglich auf Japanisch, sonst Englisch

3 Leistungsnachweise (Scheine, u.Ä.) und Semesternachweis – alles auf Englisch! Heimatuniversität
4 Gesundheitszeugnis
(die nötigen Formulare erhält man in der Regel zusammen mit den Bewerbungsunterlagen)

5 Gutachten / Empfehlungsschreiben von einem/r ProfessorIn oder Fachbereichsleiter/in
- auf Englisch!
Heimatuniversität
6 ggf. Stipendien-Nachweis oder Nachweis / Benennung eines Bürgen

Bewirbt man sich gleichzeitig für Stipendien (z.B. DAAD, AvH, sonstige), können die Fristen der japanischen Universitäten u.U. noch vor den Bewerbungfristen der Stipendiengeber liegen. Damit es zu keinen Versäumnissen kommt, ist es empfehlenswert, bei den einzureichenden Unterlagen die japanische Universität davon zu unterrichten, dass man sich für ein Stipendium beworben hat und wann mit der Entscheidung zu rechnen ist.

Hierbei gilt es, den administrativen Weg, den die Universität vorschreibt, einzuhalten. Empfehlenswert ist es, beim Einreichen der Bewerbungsunterlagen den Kontaktnachweis zum japanischen Betreuer beizufügen. Erst aufgrund der Prüfung der eingegangenen Unterlagen und nach der Entscheidung durch ein Universitätsgremium kann der offizielle Zulassungsbescheid ausgestellt werden.

Eine Zusage des Betreuers ist also nicht gleichzeitig die Zulassung zum Studium!
Erst mit dem offiziellen Zulassungsbescheid kann dann das Visum beantragt werden! (Detaillierte Informationen zu Visa- und arbeitsrechtlichen Fragen siehe FAQ)

Die Fristen bei den Hochschulverwaltungen für die Einreichung der „Application form“ sind nicht nur von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich, sondern hängen auch vom Status (siehe 3.2) ab und können u.U. recht früh liegen (z.B. Juni bis August für Studienbeginn April d.n.J.). Die genauen Termine sollten Sie unbedingt der Homepage der betreffenden Universität entnehmen (im Allgemeinen über das International Center).

Bitte beachten Sie, dass die Bewerbungsfristen für Stipendien oft nur schwer mit denen der japanischen Universitäten in Einklang zu bringen sind.
Wir empfehlen die Einhaltung des folgenden „Fahrplans“:
 
1) Korrespondenz mit dem betreuenden Professor in Japan
2a) Korrespondenz mit der Hochschulverwaltung (application form)
2b) Falls erforderlich/gewünscht Bewerbungsunterlagen des Stipendiengebers anfordern
3) Formale Anmeldung bei der japanischen Hochschulverwaltung (ggf. zusätzlich Betreuungszusage bzw. Korrepondenz des japanischen Professors beifügen)
4) Erhalt der Zulassung von der Hochschulverwaltung
5) Visum beantragen
6) Rückmeldung an betreuenden Professor
 
Siehe auch Bewerbungskalender

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