11.11.2016

Hintergassen und Gassenhauer bei Butterbrot und Bier

Am Abend des 24. Oktober 2016 fand das herbstliche Treffen ehemaliger und aktueller Stipendiaten des DAAD und des DAAD-Freundeskreises Tomo no Kai mit „Butterbrot und Bier“ statt, das diesmal unter dem Titel „Alte Gassen Tokyos und junge Musik“ ein buntes Kontrastprogramm versprach.

Gruppenfoto

Zur Begrüßung sprach Frau Dr. habil. Ursula Toyka, die den DAAD Tokyo in den vergangenen zwei Jahren geleitet hat und inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt ist. Frau Toyka blickte auf die zahlreichen Aktivitäten während ihrer Zeit an der Außenstelle zurück und betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen japanischen und deutschen Wissenschaftlern auch in Zukunft sei. Mit der Ermutigung, dass auch in Bonn weiter an der Brücke zwischen den beiden Ländern gebaut werde, übergab sie den sprichwörtlichen Staffelstab an Herrn Dr. Wieland Eins, der bis zum 1. April 2017 die Außenstelle kommissarisch leiten wird, bevor die neue Außenstellenleiterin, Frau Dorothea Mahnke, ihre Stelle in Tokio antreten wird.

Vortrag2

Als Referentin des Abends hielt Frau Heide Imai, die sich als Architektin bereits seit mehr als zehn Jahren mit Japans Stadtentwicklung beschäftigt, einen Vortrag zu den alten Gassen „Roji“ Tokios. Zunächst betonte sie, dass es selbst heute noch in Tokio viele Arten von Hintergassen gibt. Einige davon werden auch von Ausländern wegen ihrer traditionellen und preiswerten Geschäfte geschätzt. Allerdings werden solche alten Wohnräume in der Metropole Tokio heute vor allem von den sogenannten „Bambuswäldern“ verdrängt – dünnen, hohen Hochhausbauten. Anhand von Fallstudien beschrieb Frau Imai, wie es trotzdem möglich sei, die Erinnerungen und Kultur der Hintergassen weiterleben zu lassen. So gebe es auf der einen Seite Gruppierungen, die sich wie im Viertel Yanaka für den Erhalt traditioneller Wohn- und Geschäftsgebiete einsetzten. Auf der anderen Seite zeigten moderne Nachbauten, sogenannte „Neo-Roji“ wie die im vergangenen Jahr eröffnete Minna no Roji in Ueno, welch großen Reiz die traditionellen Sträßchen heute noch auf die Jugend ausübten. Zusätzlich sorge die Einbindung von Hintergassen in Büchern, Fernsehserien und Filmen dazu, dass die alte Wohnkultur Japans in Erinnerung bleibe.

Kampai-Buffet

Nach dem interessanten Vortrag begrüßte der Vizepräsident des DAAD Tomo no Kai, Herr Kiyoshige Yomogita, die neuen deutschen Stipendiaten, die zu ihrer Einführung angereist waren, und stieß nicht nur mit ihnen, sondern mit allen Gästen auf viele gute Erfahrungen in Japan an. Anschließend lud die Tokyoter Stadtkapelle „Dokumen“, die von DAAD-Stipendiaten gegründet wurde, zum Tanzen ein.

Band Spass

Während einige zu den deutschen Schlagern wippten und zum „Prosit“ anstießen, unterhielten sich andere noch lange bei Butterbroten und Bier. Viele nutzen die Gelegenheit, sich persönlich von Frau Toyka zu verabschieden.

Text: Rieke Heukeroth
Fotos: Julia Streubel
(Praktikantinnen des DAAD)

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