03.10.2016

(Fast) 30 Jahre Deutsche Bundesbank in Japan

Am Freitag, den 16. September, veranstaltete die DAAD Außenstelle gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. zum zweiten Mal in diesem Jahr einen „Wissenschaftlichen Gesprächskreis“ (WGK). Als Referentin des Abends sprach Frau Gudrun Monika Moede, Repräsentantin der Deutschen Bundesbank in Japan, über das Thema „30 Jahre in Japan – Die Deutsche Bundesbank im europäischen und internationalen Kontext“.

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Gleich zu Beginn des Vortrags nahm Frau Moede eine kleine Korrektur am Titel vor – denn genau genommen feiert die Deutsche Bundesbank ihr 30-jähriges Bestehen in Japan erst im kommenden Jahr. Die Repräsentantin stellte die Deutsche Bundesbank mit ihren Aufgaben in Deutschland, Europa und der ganzen Welt vor, wobei sie ihren Vortrag mit spannenden Anekdoten spickte.

So ist zum Beispiel das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank gestaltet. Mit einem Kapitalanteil von über 25 Prozent spielt Deutschland auf europäischer Ebene auch eine sehr wichtige Rolle im Rat der Zentralbanken und ist sogar im Direktorium vertreten. Vorrangiges Ziel des ESZB ebenso wie der Bundesbank ist es, Preisstabilität zu wahren. Während das Europäische System der Zentralbanken jedoch politisch unabhängig agiert, hat die Deutsche Bundesbank auch beratende Funktionen innerhalb der deutschen Regierung inne.

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In Frau Moedes Vortrag wurde weiterhin deutlich, welch wichtige Position die Repräsentanz der Deutschen Bundesbank in Tokyo darstellt. In ihren Aufgabenbereich fällt auch die Koordination mit Südkorea und Australien, da zwar weltweit Mitarbeiter der Bundesbank in den Botschaften vertreten sind, eine Repräsentanz neben Tokyo jedoch nur in New York unterhalten wird. In der japanischen Hauptstadt pflegen die Repräsentanten außerdem engen Kontakt mit der Bank of Japan. Frau Moede nannte nicht nur die Größe und Handlungsbreite der beiden Bankensysteme als Ähnlichkeitsmerkmal der deutsch-japanischen Finanzwelt, sondern auch die „Bargeldverliebtheit“ der beiden Nationen. Während in anderen Ländern fast überall mit Kreditkarten bezahlt wird, haben Deutsche und Japaner beim Einkaufen lieber ein gefülltes Portemonnaie bei sich.

Dieses Thema wurde auch in der anschließenden Gesprächsrunde aufgegriffen, bei der alternative Zahlungsmethoden, etwa durch die in Japan gängigen IC-Karten Suica und Pasmo, angeführt, sowie die digitale Währung Bitcoin diskutiert wurden. Die Teilnehmenden sprachen auch über Probleme bei der Wahrung der Preisstablilität und erwogen verschiedene Lösungsansätze.

Unterhaltungen

Die Gespräche wurden anschließend im DAAD-Büro mit Bento und Bier fortgeführt.

Prof. Dr. Heinrich Menkhaus, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten, sprach ein Kanpai und bedankte sich bei Frau Moede für den informativen Vortrag, der so komplexe Probleme wie europäische und japanische Finanzpolitk für jeden greifbar gemacht hatte.

 Text: Rieke Heukeroth

Bilder: Julia Streubel

(Praktikantinnen des DAAD)

 

 

 

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