17.10.2012

Lektorentreffen im Herbst: Neue Perspektiven für das Beraternetzwerk der Lektoren in Japan und die regionale Zusammenarbeit der Lektoren Ostasiens

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Im Vorfeld der Herbsttagung der Japanischen Gesellschaft für Germanistik am 13. und 14. Oktober an der Chuo-Universität in Tokyo lud die DAAD-Außenstelle Tokyo die deutschsprachigen Ortslektoren an japanischen Hochschulen zum zweiten Lektorentreffen in diesem Jahr. Das Treffen gibt den Dozenten regelmäßig die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen, Unterrichtstrends zu diskutieren, vergangene Veranstaltungen zu erörtern und zukünftige Aktivitäten vorzubereiten.

 

Die Zukunft des Beraternetzwerkes

Ein zentraler Inhalt des Treffens waren die Perspektiven des DAAD-Beraternetzwerkes, das, gemeinsam getragen von der Außenstelle des DAAD und einer Gruppe besonders engagierter Hochschullehrer an den jeweiligen Gasthochschulen, regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Studium in Deutschland durchführt. Auf dem Treffen wurde diskutiert, welchen zusätzlichen Beitrag die Außenstelle zum Gelingen dieser Veranstaltungen leisten kann. Schon jetzt werden diese „Deutschlandtage” logistisch, finanziell und durch die aktive Teilnahme von DAAD-Personal unterstützt; diskutiert wurde, wie Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen erleichtert werden könnten. Der Vorschlag, einen detaillierten Leitfaden zur Verfügung zu stellen und eine Plattform für die Berater zu schaffen, die es erlauben würde, von den Erfahrungen anderer zu profitieren, wurde sehr positiv aufgenommen. Aus den Erfahrungsberichten der anwesenden Berater ergaben sich zudem Hinweise zu Formaten, die erfolgversprechend sind: Die Teilnahme von japanischen Studierenden mit Auslandserfahrung und Deutschen, die sich temporär oder dauerhaft in Deutschland aufhalten, sind praktische Motivationshilfe für japanische Studierende.

 

Herausforderungen in Nordkorea

Auch zu diesem Lektorentreffen waren auswärtige Gäste geladen, deren Erfahrungen den Lektoren vor Ort neue Impulse geben könnten. Albert Brunoni, der mittlerweile seit 16 Monaten DAAD-Lektor an der  Kim-Il-sung-Universität in Pyeongyang ist, schilderte in seinem Vortrag  „Brücken bauen – Mit dem DAAD in Nordkorea” anschaulich sein Leben und das seiner Familie im isolierten Nordkorea und die Schwierigkeiten, die sich für den DaF-Unterricht dort ergeben. So würden beispielsweise Studierende dem Unterricht fernbleiben müssen, weil teils mehrmonatige Arbeitseinsätze vorrangig seien. An die Stelle regulärer Studierender traten in diesem Fall schließlich entsandte Ärzte eines Krankenhauses in Pyeongyang, was durchaus besondere didaktische Herausforderungen mit sich brachte. Es ist eine besondere Zielgruppenkonstellation, die, zusammen mit materieller Unterversorgung und Einschränkungen anderer Art, die japanischen Kollegen eindrücklich an die privilegierten Umstände ihres eigenen Arbeitens erinnerten.

 

Perspektiven in Südkorea

Der zweite Gast des Lektorentreffens, Prof. Dr. W. Günther Rohr thematisierte neben der Situation der Lektoren und der Germanistik in Südkorea auch die akademischen Interessen, die er mit vielen der anwesenden Lektoren teilt. Exemplarisch zeigte der Literaturwissenschaftler in seinem Beitrag „Auf dem Laufenden bleiben. Rezensionen in der DaF-Szene Korea auf, welche wissenschaftlichen Aktivitäten auch in Japan tätigen Germanisten offenstehen.  Günther Rohr, der als DAAD-Lektor in Seoul tätig ist, machte hier besonders anschaulich, was unter dem letzten Tagesordnungspunkt zu verstehen sein könnte.

 

Ostasiatische Lektorenkooperation

Die Situation der Lektoren in den ostasiatischen Ländern ist sehr unterschiedlich, und dennoch bestehen durchaus Möglichkeiten, von Aktivitäten in anderen Teilen der Region zu profitieren. Der personelle Austausch, ermöglicht etwa durch das DAAD-Ortslektorenprogramm, das registrierten Dozenten u.a. Reisen in die Nachbarländer ermöglicht, ist ein Aspekt. Ein anderer sind Publikationen in den Nachbarländern. Dass auch Einladungen deutscher Wissenschaftler in mehr als nur ein Land der Region Perspektiven bieten sollten, liegt auf der Hand, und so wird eine Initiative, die wiederum auf Günther Rohr zurückgeht, ein erster Test für binationale Kooperation, hier auf DAAD-Lektorenebene (Südkorea – Japan). Dass auch auf Ortslektorenebene diese Art von Austausch forciert werden sollte, ist ein weiteres Ergebnis des Treffens. Dafür allerdings wäre eine Organisationsstruktur der Lektoren nötig, die bislang nur in Südkorea existiert. Die Gründung eines japanischen Ortslektorenverbandes und schließlich die Einbettung in einen ebenfalls noch zu gründenden Dachverband ostasiatischer Lektoren wurde diskutiert; als erster Schritt auf diesem Weg wurde vereinbart, eine Kontaktgruppe auf Lektorenebene zu initiieren, die Möglichkeiten der Kooperation eruiert.

 

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