29.05.2012

Die erste European Higher Education Fair in Japan – ein geglücktes Experiment.

by Dunkel

bannerehefhp

Die erste Europäische Akademische Bildungsmesse fand am 10. und 11. Mai an der Meiji-Universität in Tokyo und am 12. Mai an der Kobe Universität im Kansai statt. Ihr Ziel war es, japanische Studierende und Doktoranden aus erster Hand mit Informationen über europäischen Studienprogramme zu versorgen und sie so für ein Studium in Europa zu begeistern. Bei rückläufigen Studierendenzahlen im Ausland und einem tendenziell abnehmenden Interesse an einem Auslandsstudium ist Japan nicht gerade prädestiniert für gefüllte Messehallen, allerdings war gerade dies der Grund für das Vorhaben– eben dies zu ändern und das Interesse der jungen Japanerinnen und Japaner zu wecken.


Die Delegation der Europäischen Union in Japan organisierte die Bildungmesse „European Higher Education Fair“ (EHEF) zusammen mit den Vertretungen des DAAD sowie von Campus France und British Council in Japan. Damit wurden erstmals in dieser Form japanischen Studierenden durch Bildungsorganisationen und Universitäten akademische Programme der EU-Länder und der Schweiz präsentiert. Die japanischen Partner der Messe waren das Wissenschafts- und das Außenministerium, die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und die Japan Student Services Organization (JASSO) und natürlich die beiden veranstaltenden Universitäten Meiji in Tokyo und Kobe Universität im Kansai. Insbesondere die Vizepräsidentin für Internationale Beziehungen der Meiji Universität Prof. Etsuko Katsu war eine wichtige Unterstützerin der Messe. Im DAAD lag die Messedurchführung bei der Geschäftsstelle des Hochschulkonsortiums „GATE Germany“ und bei der DAAD-Außenstelle Tokyo.


bannerberichtehef


Die Messe war in gewisser Weise ein Experiment: Die Zahl der im Ausland studierenden Japaner sinkt seit 2004 kontinuierlich, von damals 95.000 im Jahr auf nur noch knapp 60.000 in 2010. Der Grund liegt im Wesentlichen im Fehlen von Anreizen. Viele junge Japaner fragen sich, warum sie ins Ausland gehen sollen, wo doch auch alles in Japan in bester Qualität verfügbar ist. Desweiteren gibt es die weit verbreitete und nicht unberechtigte Befürchtung, nach der Rückkehr nach Japan die Reintegration in das sehr straff organisierte Studium nicht zu schaffen, sowie den Mehrwert des Auslandsaufenthalts dem zukünftigen Arbeitgeber nicht hinreichend begreiflich machen zu können.


Die Europäische Hochschulmesse 2012 in Japan erwies sich als ein großer Erfolg, die Besucherzahlen waren mit insgesamt ca. 1.200 gut, viel besser als manch einer erwartet hatte. Besonders erfreulich war, dass die Messebesucher von zahlreichen japanischen Hochschulen kamen und nicht primär von den gastgebenden Universitäten in Tokyo und Kobe. Die Stände der fünf teilnehmenden deutschen Universitäten (TU Clausthal, Göttingen, Freiburg, Münster und Köln) sowie der DAAD-Außenstelle Tokyo, des Goethe-Instituts Japan und des TestDaF-Instituts stießen auf großes Interesse, so dass das Experiment EHEF Japan 2012 als geglückt bezeichnet werden kann.


Häufige Anfragen bezogen sich auf Stipendienmöglichkeiten im Ausland, das Niveau der nötigen Sprachkenntnisse, die Vorteile der Studienstandorte Deutschland und der anderen europäischen Länder sowie das Studentenleben – wie findet man Anschluss, Freunde und Hilfe in einem Land, das man so gar nicht kennt?


Informationen über die gute wirtschaftliche Lage Deutschlands, Universitäten mit geringen Studiengebühren und -beiträgen, die Reisefreiheit in Europa und das breit gefächerte Angebot auch englischsprachiger Studiengänge stieß bei vielen Studierenden auf großen Anklang und haben dazu beigetragen, Deutschland und die anderen europäischen Länder als Studienziele populär zu machen.


Die erste Europäische Hochschulmesse in Japan fand auch starke Beachtung und Unterstützung seitens der diplomatischen Vertretungen der EU und ihrer Mitgliedsländer in Japan. So besuchten der französische Botschafter in Japan Christian Masset, der deutsche Generalkonsul in Osaka-Kobe Dr. Alexander Olbrich sowie ein Vertreter der Kulturabteilung der deutschen Botschaft in Tokyo die Messe und sprachen mit den anwesenden Hochschulvertretern. Der Botschafter der Europäischen Union in Japan Hans Dietmar Schweisgut lud die Messeteilnehmer zu einem festlichen Empfang und würdigte die Messe als vielversprechende Initiative in den europäisch-japanischen Bildungsbeziehungen.