03.04.2012

Wissenschaftlicher Gesprächskreis thematisiert deutsch-japanische Forschungszusammenarbeit im Bereich von Pollenallergien und der Duchenne-Muskeldystrophie

by Dunkel

banner-wgk-marz-20121


Zum ersten Wissenschaftlichen Gesprächskreis der DAAD-Außenstelle Tokyo und des JSPS-Clubs im Jahr 2012 gab Frau Professor Dr. Roza Maria Kamp am 27. März einen Einblick in ihre derzeitige Forschungsarbeit. Die an der Beuth Hochschule für Technik Berlin lehrende Biochemikerin sprach zunächst über ihre Gastprofessuren in Japan. Sie war in der Vergangenheit abwechselnd durch die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und den DAAD gefördert worden. So kam auch der Kontakt zu Professor Hisashi Hirano von der Yokohama City University zustande, mit dem sie seit Jahren erfolgreich im Bereich der Posttranslationalen Modifikation arbeitet.


In den inzwischen bekannten 25 000 Genen innerhalb einer Zelle komme es, so Kamp, manchmal zur Synthese nicht korrekt funktionierender Proteine, die Disfunktionen verursachen.
Besonders die über die weibliche Linie vererbte x-chromosomal rezessive Duchenne-Muskeldystrophie ist Forschungsgegenstand der gemeinsamen Untersuchungen in Berlin und Yokohama.
Gemeinsam mit dem Team der wissenschaftlichen Mitarbeiter suchen Professor Kamp und Professor Hirano nach Therapiemöglichkeiten, um die Verfettung der Muskelzellen aufzuhalten, die unweigerlich zu Bewegungsunfähigkeit und Tod der Erkrankten meist noch vor dem 20. Lebensjahr führt. Erste Ansätze lägen in der Modifikation der DNA, um die Produktion fehlerhafter Proteine zu verhindern.
Auch die Ursachen der aktuell in Japan verbreiteten Auswirkungen der Pollenallergie wurden vorgestellt . Der Fokus liege vor allem auf der Optimierung der bisher angewendeten Speziellen Immuntherapie, die bis jetzt nur temporär Abhilfe bei allergischen Reaktionen schaffen könne.


Gerade diese Problematik regte im Anschluss zu Fragen seitens des Publikums an. Allergien in diversen Formen sind in der Bevölkerung weit verbreitet und sowohl Ursachen als auch Heilungschancen sind wegen der bisher geringen Forschung nicht weit fortgeschritten. Professor Kamp betonte den daher notwendigen weiteren Handlungsbedarf der Wissenschaft. Sie schaffte es, einen auch für Laien ansprechenden und verständlichen Überblick über beide Themen zu geben.
Mit ihrer Tätigkeit im Bridge Programm der JSPS möchte Professor Kamp zudem die Kontaktaufnahme zwischen deutschen und japanischen Forschungseinrichtungen unterstützen und deren Zusammenarbeit erweitern.
In diesem Zusammenhang stand somit auch der WGK, der akademisches Interesse an den Studiengängen der Beuth Hochschule für Technik, den Arbeiten der Yokohama City University und den Therapiemöglichkeiten von proteingesteuerten Krankheiten weckte. Im Falle von Allergien sei eine definitive Heilung allerdings bisher ausgeschlossen, so Professor Kamp.


Links


Lebenslauf Prof. Dr. Roza Maria Kamp


Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V.


Yokohama City University


Beuth Hochschule für Technik Berlin