Winterexkursion der SP-Stipendiaten nach Nagano
Exkursionsbericht von Harald Niederstraßer
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Die Anfahrt zur Exkursion nach Nagano erfolgte gemeinsam vom Tokyo Hbf. im Shinkansen Asama. Nach Ankunft in Ueda begann das Besichtigungsprogramm mit dem Besuch der Textilfabrik Koiwai Tsumugi Koubou (小岩井紬工房), die sich auf die Produktion hochwertiger Seide für die Herstellung von Kimonos spezialisiert hat. Der Familienbetrieb setzt ausschließlich Handarbeit ein, die im Rahmen der Besichtigung vorgeführt wurde und auch selbst am Webstuhl ausprobiert werden konnte. Abschließend wurde Tee angeboten, während der Inhaber weitere Besonderheiten der Seidenproduktion erklärte.



Daraufhin besichtigten wir die Maruko-Fabrik von Nagano Keiki (長野計 器・丸子電子機器工場), einem Hersteller u.a. von Drucksensoren besonderer Hitzebeständigkeit, teilweise auch unter Verwendung von Halbleitertechnik. Nach einer kurzen Einführungspräsentation folgte die Besichtigung der Produktionsstätte, zu deren Besonderheit ein partikelarmer Raum mit weniger als zehn Partikeln pro Kubikmeter gehörte, sowie die Vorstellung der Anwendungsbereiche vor allem im Automobil- und Baufahrzeug- , aber auch im medizinischen Bereich. Der erste Exkursionstag endete mit einem reichhaltigen und vielseitigen japanischen Abendessen im Ryokan Umemura Uguisutei (梅むら旅館うぐいす 亭) und anschließendem Bad im Onsen.



Freitag, 4. Dezember 2009
Der zweite Exkursionstag begann mit einem besonders warmherzigen Empfang durch die Firma Nihonkizai (日本機材), deren Produktionsbereich sich in die Herstellung von besonders hitze- und reibungsbeständigen Kupplungsscheiben, Teflonbauteilen sowie Kunststoffspritzmaschinen aufgliedert. Eingeleitet durch einen Kurzvortrag des Vorstandsvorsitzenden, erfolgte zunächst die Besichtigung der Fabrikanlagen, bei der 

Einblicke in die Produktion und Verarbeitung der farbechten und hitzebeständigen Teflonprodukte und das Pressen der Kupplungsscheiben gewonnen werden konnte. Im Anschluss wurde der modernen Braueinrichtung des Sakeherstellers Nishinomon (西之門) ein Besuch abgestattet, wo die einzelnen Produktionsphasen, beginnend mit dem Reisanbau über Verarbeitung und Gährung bis hin zur Abfüllung, erläutert wurden. Abgerundet wurde der Besuch durch eine Sakeverköstigung und ein sakereiches Mittagessen vor Ort. Anschließend besichtigten wir den Tempel Zenko-ji (善光寺). 
Die Führung unter der Leitung eines Priesters gab Aufschluss über architektonische Besonderheiten und wichtige historische Aspekte. Eine bleibende Erinnerung dürfte die Suche nach einer glücksbringenden Reliquie in völliger Dunkelheit sein.


Sämtliche Firmenbesichtigungen wurden durch Kurzreferate während der Anfahrt eingeleitet; zudem wurde jeweils nach der Besichtigung eine kurze Dankesrede gehalten und eine Flasche deutschen Wein übergeben.














